Kryptobörsen

Mit dem Buzzword Bitcoin und dem Hype um eben diese begann vor einigen Jahren die Entwicklung der rein digitalen, virtuellen Währungen, für die sich der Sammelbegriff Kryptowährung oder Kryptocoins etabliert hat.

Im Gegensatz zum „alten“ oder für manch einen „echten“ Geld, ist eine Kryptowährung ausschließlich digital verfüg- und nutzbar. Im Gegensatz zu Euro, US-Dollar, Yen und so weiter kann man Bitcoin & Co nicht abheben, es sich in Scheinen und Münzen ins Portemonnaie stecken und beim Bäcker damit seine Brötchen bezahlen.

Zudem funktioniert der Währungstausch zwischen normalem Geld und Kryptowährung nicht so, als würde man zu seiner Hausbank gehen und dort 1000 Euro in dänischen Kronen tauschen, weil man zu unseren nördlichen Nachbarn in den Urlaub fährt.

Die beliebtesten Kryptobörsen

AnbieterBewertungVorteileAktion
eToro

Zum Testbericht
Keine Einzahlungsgebühren, niedrige Spreads, gute NutzerfreundlichkeitZum Anbieter
Coinbase

Zum Testbericht
Sehr viele Kryptowährungen, größter AnbieterZum Anbieter
Bitpanda

Zum Testbericht
Deutschsprachiger Anbieter, optimiert für mobile EndgeräteZum Anbieter

Das echte Geld und die Automarke

Gerade im Zusammenhang mit Kryptowährungen wird echtes Geld immer wieder als „Fiat-Geld“ bezeichnet. Das hat absolut gar nichts mit der gleichnamigen italienischen Automarke zu tun. Euro, US-Dollar, britische Pfund, im Prinzip alle nationalen Währungen sind Fiat-Geld.

Fiat-Geld bedeutet, dass Münzen und Scheine einen aufgedruckten oder geprägten Nennwert repräsentieren, ohne selbst materiell diesen Wert zu haben. Die Euro-Münze selbst ist nur ein Stück Metall, das einen Materialwert von wenigen Cent hat.

Mit dem Schein ist es das Gleiche. Der 10-Euro-Schein ist nur ein buntes Stück Papier mit einem Materialwert von wenigen Cent. Das der 10-Euro-Schein tatsächlich eine Kaufkraft von 10 Euro hat, liegt daran, dass man diesem Stück Papier per Definition durch den Herausgeber des Geldes diesen Wert zuschreibt und dann eben im Supermarkt Waren im Gegenwert von 10 Euro dafür bekommt.

Anders verhält es sich bei Goldmünzen wie dem bekannten Krügerrand. Das ist ebenfalls eine in Münzen geprägte Währung, die aber über das Ausgangsmaterial Gold tatsächlich einen entsprechend hohen „Warenwert“ hat, die an den Umrechnungspreis von Gold geknüpft ist. Diese Münze halt einen echten Wert, den sie repräsentiert und der mit dem Goldpreis schwankt. Deshalb wird solches Geld Waren-Geld genannt.

Formulieren wir es noch einfacher. Die 1-Euro-Münze hat den Wert von einem Euro. Schmilzt man sie ein, hat man nur noch einen winzigen Klumpen Metall, der wenn überhaupt wenige Cent wert, aber ansonsten nutzlos ist. Schmilzt man aber die Krügerrandmünze ein, verändert sich deren Wert nicht, denn man hat den kleinen Klumpen Gold nach wie vor über sein Gewicht und den Goldpreis als gleichbleibenden Wert.

Der Vorteil der Fiat-Währung ist der gleichbleibende Wert. Die 1-Euro-Münze ist per Definition immer einen Euro Wert. Der Wert der Krügerrand-Münze indes schwankt über ihren Warenwert in Gestalt des Goldpreises, der steigt und fällt. Damit schwankt auch die Kaufkraft.

Aus der echten Welt in die digitale und umgekehrt

Da Kryptowährungen vor allem als Anlagemöglichkeiten sehr attraktiv sind – in den Anfangstagen von Bitcoin sind früh investierte Anleger durchaus sehr schnell sehr reich geworden – muss man diese digitalen Währungen irgendwie kaufen oder eben normales Geld entsprechend umtauschen können. Sobald sich die digitale Währung durch eine kluge Investmentstrategie entsprechend vermehrt hat, will man es in der Regel wieder in das Geld der echten Welt zurück tauschen, um es ausgeben zu können.

Der schon erwähnte Bäcker akzeptiert in den aller seltensten Fällen Bitcoins als Zahlung für die Sonntagsbrötchen. Klamotten, Autos, Miete oder Hypotheken bezahlt man klassisch mit der üblichen Landeswährung, in der einem der Lohn des Arbeitgebers ausgezahlt wird.

Der Umtausch von echtem in digitales Geld und umgekehrt geschieht in der Regel über Kryptobörsen. Dort kauft man beispielsweise Bitcoins zu einem aktuellen Kurs für einen Eurobetrag ein, den man via Überweisung oder Kreditkarte aber eventuell auch Paypal einzahlt. Und dort verkauft man die Bitcoins dann wieder und bekommt einen entsprechenden Eurobetrag über den Weg ausbezahlt, über den man zuvor eingezahlt hat.

Was genau ist eine Kryptobörse?

Eine Kryptobörse könnte man von der Funktionalität her mit einer Aktienbörse vergleichen, denn hier kann der Nutzer mit digitalen Währungen handeln oder besser spekulieren. Beispielsweise in Form von Währungs- beziehungsweise Wechselkursspekulation. Er zahlt einen Betrag in einer Standardwährung wie beispielsweise Euro ein. Dann kauft er dafür einen gewissen Betrag einer Kryptowährung und spekuliert auf einen steigenden Kurs, sodass er die Kryptowährung später wieder teurer verkaufen und damit einen Gewinn einstreichen kann.

Die Abwicklung geschieht über einen Kryptobroker, einen Anbieter, der die Transaktionen abwickelt und über den der Nutzer handelt. Heute werden die Begriffe Kryptobroker und -börse aber auch Kryptotrader meist synonym verwendet.

Echtes Geld einzahlen

Viele große und etablierte Kryptobörsen akzeptieren heute reguläre Währung als Einlage und haben entsprechende Gateways, um Ein- und Auszahlungen von Bankkonten, Kreditkarten oder Paypal abwickeln zu können. Manche Anbieter aber akzeptieren nur Kryptowährungen, sodass man den Umtausch vorher woanders erledigen und dann eben eine Kryptowährung einzahlen muss, um damit wieder andere Kryptowährung oder Anlageprodukte kaufen und verkaufen zu können.

Nicht nur mit Kryptos handeln

Damit nicht genug, denn viele Kryptobörsen sind Hybridbörsen beziehungsweise komplette Trading-Plattforme. Sprich, man zahlt Euro ein und kann dann nicht nur in Kryptowährungen investieren, sondern parallel beispielsweise in ETFs, Aktienanteile, Rohstoffe und ähnliche klassische Investmentprodukte.

Nehmen wir den Anbieter eToro als Beispiel. Dort zahlt man einen Mindestbetrag an Euro ein und kann dann nicht nur mit Kryptowährung spekulieren, sondern mit Aktien, ETFs und CFDs. So kann man sich seine Anlagestrategie entsprechen gemischt zusammenstellen und beispielsweise die hohe Volatilität der Kryptowährungen durch die Beimischung von konservativen und etwas stabileren Anlageprodukten ausgleichen.

Hebel oder nicht hebeln beim Handel

Viele der Kryptobroker bieten für den Handel mit verschiedenen Anlageprodukten einen Hebel an. Zunächst beleuchten wir die Frage, was ein Hebel ist und betrachten dann die Vorteile aber auch Gefahren eines Hebels. Bei ETFs oder CFDs sind Hebel gang und gäbe. Vereinfacht gesagt bedeutet Hebel, dass der Anleger einen Anteil eines Produktes kauft, aber einen größeren Anteil beim Traden bewegt.

Nehmen wir einen Hebel von 2:1. Er kauft dann beispielsweise einen Anteil einer Anlage. Steigt der Wert des Anteils, dann verdoppelt dieser Hebel den Gewinn so, als hätte er eben ursprünglich zwei Anteile gekauft. Mit einem Hebel kann ein Anleger mit wenig eigenem Kapital virtuell viel Kapital bewegen und hohe Gewinne machen.

Sinkt der Wert des Anteils bei einer negativen Entwicklung, dann verdoppelt der Hebel eben auch den Verlust. Genau das ist die Gefahr eines Hebels, denn so wie er einen Gewinn für einen gekauften Anteil vervielfacht, so vervielfacht er den Verlust. Das Geld des Anlegers ist bei ungünstigem Verlauf schneller verloren.

Gängige maximale Hebelsätze der üblichen Anbieter sind 2:1 oder 3:1. Einzelne Kryptobroker bieten sogar einen maximalen Hebel von 100:1 und das ist der schnellste Weg in den Untergang mit einem Totalverlust, wenn es abwärts geht. Und wenn der Anbieter keinen „Negativschutz“ hat, der beim Erreichen von null sofort alle Trades automatisch beendet, dann kann dieser Hebel sogar das Konto in die Miesen treiben, sodass der Anleger „nachschießen“ muss.

Social-Trading

Einige Anbieter von Kryptobörsen bieten mit ihrer Lösung nicht nur den Handel von Kryptowährungen und weiteren Anlageprodukten wie Aktienanteilen, ETFs oder CFDs, sondern besondere Funktionalitäten. Die beliebteste dabei ist das sogenannte Social-Trading. Dabei können Nutzer der Plattform ihr gehandeltes Portfolio und damit ihre Strategie zum „Nachbauen“ zur Verfügung stellen. Andere Nutzer können ihnen dann folgen und das Portfolio eben kopieren. Das geschieht dann vollautomatisch.

Wer auf eToro, einem der bekanntesten Social-Trading-Anbieter, so einem Trader folgt, der legt ein Budget fest, mit dem dessen Portfolio dann kopiert wird. Die Plattform kauft dann die gleichen Anlageprodukte in den gleichen Anteilen, die das „Vorbild-Portfolio“ aktuell hat. Ab dann wird die Strategie kopiert. Verkauft der Nutzer, dem man folgt einen bestimmte Wert, geschieht das automatisch im eigenen Portfolio. Das gleiche passiert im Falle eines Kaufs.

Idee hinter dem Social-Trading ist, das unerfahrene Nutzer oder Einsteiger sich an die Strategie eines erfahrenen Spekulanten dran hängen und so erfolgreich sein können, ohne selbst Profi sein oder Fachwissen anhäufen zu müssen.

Staking – die digitalen Zinsen

Auch mit Kryptowährungen kann ein Nutzer in gewisser Weise Zinsen generieren und kassieren. Das geschieht über das „Staking“, was man mit Aufstocken übersetzen kann. Dafür stellt der Nutzer die sogenannten Tokens seiner Kryptocoins für die Durchführung von Transaktionen zur Verfügung und erhält im Gegenzug eine Art Zinssatz, mit dem sein Kryptovermögen aufgestockt wird.

Was genau ist ein Token? Stark vereinfacht formuliert, könnte man ein Token als eine Art digitalen, einmaligen und unfälschbaren Fingerabdruck eines Kryptocoins bezeichnen. Mit diesem Fingerabdruck kann der Besitzer des dazugehörigen Coins Transaktionen freischalten und durchführen, die eben nur der Besitzer dieses Fingerabdrucks auslösen kann.

Beim Staking bleibt der Nutzer im Besitz seines Kryptocoins und stellt nur den dazugehörigen Token für die Freigabe von Transaktionen zur Verfügung, um dafür eben den erwähnten Zinssatz einzustreichen. All das läuft automatisiert ab. Immer mehr Kryptobörsen bieten diese Funktionalität an, sodass Nutzer ihr dort gelagertes digitales Vermögen eben verzinsen können.

E-Mail-Adresse reicht oder besser ein echter Identitätsnachweis?

Es gibt Kryptobörsen, die einen Nutzer auf Basis seiner E-Mail-Adresse, eines angegebenen Namens und einem Klick auf einen an die E-Mail-Adresse geschickten Bestätigungslink als Kunden und Marktteilnehmer akzeptieren. Andere fordern einen echten Identitätsnachweis, bevor ein Nutzer die Plattform nutzen, einzahlen und dort handeln darf. Dabei kommen unter anderem digitale ID-Checks zum Einsatz wie ein Videochat mit Abgleich des Personalausweises.

Die Anbieter machen das, um sicherzustellen, dass eine Person echt ist und vor allem, um den Forderungen von Geldwäschegesetzen nachzukommen. Und hier ein wichtiger Tipp: Man sollte nur bei diesen Anbietern aktiv werden, denn nur die Kryptobörse, die die Echtheit ihrer Nutzer verifiziert und sich den Geldwäschegesetzen „unterwirft“, ist seriös und vertrauenswürdig.

Handel ist nicht umsonst – Die Gebühren

Wie reguläre Handelsdienstleister oder Banken, so verlangen auch Kryptobörsen gewisse Gebühren, um sich zu finanzieren und den Betreibern des virtuellen Marktplatzes eben ein Einkommen zu ermöglichen. Die Gebühren werden zunächst in der Regel pro Transaktion erhoben und schwanken üblicherweise zwischen 0,1 Prozent und einem Prozent. Letzteres gilt im Bereich der Kryptobörsen als teuer. Achtung! Gebühren können noch an anderer Stelle anfallen, und zwar meist an der „Schnittstelle zum echten Geld“, an der die Anbieter Gebühren für Ein- und Auszahlungen beispielsweise per Kreditkarte verlangen.

Den richtigen Anbieter finden

Wenn man sich einmal für einen Anbieter entschieden und dortA Geld eingezahlt hat, ist der Wechsel zwar möglich, aber eben mit etwas Arbeit verbunden. Man muss seine Trades schließen, das Geld abheben, den Account kündigen. Daher ist es klug, lieber etwas mehr Zeit in die Auswahl des richtigen Kryptobrokers zu investieren. Die folgende Checkliste liefert die wichtigen Kriterien, die man abprüfen sollte.

  1. Prüft der Anbieter die Identität des Nutzers vor der Zulassung zum Handeln?
  2. Hat der Anbieter die Kryptowährungen und anderen Anlageprodukte im Programm, die man handeln will?
  3. Sind die Gebühren vollständig und transparent angegeben und angemessen?
  4. Akzeptiert der Anbieter Ein- und Auszahlungen in echten Währungen?
  5. Akzeptiert der Anbieter Ein- und Auszahlungen über die gewünschten und gängigen Methoden wie unter anderem Überweisung, PayPal und Kreditkarten?
  6. Unterliegt der Anbieter gängigen Regulierungen wie beispielsweise FCA (UK) FinCen und FINRA (USA)?
  7. Bietet der Anbieter einen Datenschutz nach EU-Standard?
  8. Schützt der Anbieter die Einlage auf separaten Konten und mit entsprechenden Absicherungen, damit das Geld nicht weg ist, sollte der Anbieter in Insolvenz gehen?
  9. Setzt der Anbieter maximale Sicherheitsstandards im Bereich Cybersecurity um, damit „Hacker nicht das Geld stehlen können“?
  10. Ist die Webseite/App in der Muttersprache des Nutzers verfügbar, damit dieser alles nachvollziehen und verstehen kann?
  11. Bietet der Anbieter einen „Negativschutz“? Sprich, sollten fallende Kurse das eingezahlte Geld auffressen und das Konto auf null laufen, werden rechtzeitig alle Trades geschlossen, um einen negativen Kontostand zu verhindern.