Dashlane

Dashlane ist ein Passwortmanager, der Zugangsberechtigungen für beliebige Websites verwaltet. Das Plug-in bzw. die Desktopapp ermöglicht es uns, Zugangsdaten getrost zu vergessen, denn diese werden verschlüsselt auf den Servern von Dashlane abgelegt und bei Bedarf aufgerufen.

Die erste Frage, die sich einem dabei stellt: Ist die Firma überhaupt seriös? Eine gute Frage, denn wer einem Unternehmen sensible Informationen zur Verfügung stellt, sollte vorher seine Hausaufgaben gemacht haben.

Daten & Fakten zu Dashlane

LogoDashlane
UnternehmenDashlane SAS
Adresse21 rue Pierre Picard, 75018 Paris, Frankreich
Telefon-
E-Mailnur Kontaktformular
Websitehttps://www.dashlane.com/de

Ist Dashlane seriös?

Ein gutes Zeichen ist, dass die Firma bereits seit dem Jahr 2009 besteht. Drei Jahre später wurde das erste Produkt auf den Markt geworfen. Unterstützt wurde Dashlane dabei von vielen namhaften Kapitalgebern. Heute wird das Produkt von über 20.000 Unternehmen genutzt. Insgesamt verwenden 15 Millionen Nutzer Dashlane. Davon haben 125.000 eine 5 Sterne-Bewertung hinterlassen.

Auch ein Blick auf Trustpilot zeigt, dass die meisten User zufrieden sind. Kein Wunder, denn seit 10 Jahren gab es keinen sicherheitsrelevanten Vorfall. Man kann also durchaus behaupten, dass das Unternehmen seriös ist. Auf die Sicherheitsvorkehrungen gehen wir später noch separat ein.

Einrichtung & Bedienung

Zuerst werfen wir einen Blick auf die Bedienung. Geht sie leicht von der Hand? Welche Vor- und Nachteile haben die einzelnen Apps?

Erste Schritte

Dashlane ist in verschiedenen Varianten verfügbar. Zum einen als Browser Plug-in für Chrome, Firefox, Edge, Safari und Internet Explorer. Zum anderen als normales Computerprogramm für den Desktop (Windows und Mac OS). Auch Nutzer von Android-Handys und iPhones können den Passwortmanager nutzen. Dementsprechend unterscheiden sich Einrichtung und Bedienung.

Wer noch kein Konto besitzt, klickt zuerst auf „Dashlane holen“, um die Browsererweiterung zu installieren. Anschließend erstellt man sich ein kostenloses Konto. Dabei muss der Nutzer sich noch ein letztes Mal ein gutes Passwort ausdenken. Dieses „Masterpasswort“ erlaubt nämlich den Zugriff auf alle anderen Passwörter.

Anschließend wird man auf durch ein Tutorial geführt, welches einem mit der Funktionalität der Software vertraut machen kann. Hier kann man auch einen QR-Code scannen, um sich die Software auf das Handy zu holen.

Wer von einem anderen Passwort Manager zu Dashlane gewechselt ist, kann seine Zugangsdaten importieren. Dies funktioniert auch über manuell erstellte CSV-Dateien. In der Praxis kommt es dabei jedoch zu kleineren Problemen. So werden Kreditkartendaten nicht übernommen. Dies kann aber auch gewollt sein.

Die Webapp

Früher ließ sich der volle Funktionsumfang der Softwaresuite nur via Desktop App nutzen. Dashlane hat sich aber dazu entschieden, diese einzustellen. Stattdessen soll der User über das Webinterface seine Nutzererfahrung steuern können.

So bekommt man Zugriff auf alle wichtigen Features. Am wichtigsten ist natürlich der Unterpunkt „Passwörter“. Dieses befindet sich an der linken Seite des Bildschirms. Hier kann man bestehende Nutzungsdaten bearbeiten oder z. B. nach „letzter Nutzung“ sortieren. Eine Anzeige nach Kategorien ist möglich – diese zu bearbeiten aber noch nicht. Schade. Auch werden Premium-Kunden die VPN Option vermissen.

Hilfreich ist jedoch der „Password Changer“ um die Passwörter schnell und einfach zu wechseln. Dies kann praktisch sein, wenn Websites Opfer einer Hackerattacke wurden. In solch einem Fall finden sich sensible Daten nämlich zeitweilen im Netz.

Natürlich lassen sich über das Webinterface auch persönliche Informationen betrachten und bearbeiten. Wer über einen Premiumzugang verfügt, kann etwa Zahlungsmittel löschen oder hinzufügen.

Die Desktop-Anwendung

Bis alle Funktionen in die Web-App übertragen sind, muss man als User in manchen Fällen auf das Computerprogramm zurückgreifen. Die Anwendung präsentiert sich dabei ähnlich wie das Webinterface. Gut, denn so müssen bestehende Nutzer die Bedienung nicht neu lernen. Wichtig zu wissen ist, dass sich über die obere Menüleiste der VPN Service starten lässt.

Achtung: VPN Zugriff ist nur Premium Kunden gestattet.

Die Browsererweiterung

Bei der täglichen Nutzung spielt das Browser-Plug-in diie wichtigste Rolle. Im „Tresor“ Bereich hat man nämlich Zugriff auf alle gespeicherten Passwörter. Der Passwordgenerator hingegen ermöglicht es, sichere Passphrasen zu erzeugen und abzuspeichern. Praktisch ist, dass das Plug-in mit der Web-App vernetzt ist und man leicht hin- und her wechseln kann.

Features & Sicherheit

Nun stellt sich die Frage, wie Dashlane im Vergleich zur Konkurrenz abschneidet. Dabei werfen wir zuerst einen Blick auf den Funktionsumfang. Anschließend wird es darum gehen, das Sicherheitskonzept des Passwortmanagers zu erklären.

Autofill

Das Kernfeature eines jeden Passwortmanagers ist Autofill. Jedes Mal, wenn wir ein Passwort neu eingeben, wird dieses gespeichert. Beim nächsten Log-in klickt man als Nutzer einfach auf das Dashlane Icon neben dem Eingabeformular der Website. Die gespeicherten Zugangsdaten werden dann automatisch eingetragen. In der Praxis funktioniert dieses Feature zuverlässig. Auch bei der Bedienung gibt es keine Probleme.

Passwortgenerator

Vor jeder Neuregistrierung muss man sich ein neues Passwort ausdenken. Der Passwortgenerator von Dashlane hilft hier weiter. Er erstellt Passwörter gemäß den Nutzervorgaben. So kann man Länge einstellen und die Verwendung von Sonderzeichen und Ziffern anordnen. Das Tool lässt sich leicht und intuitiv bedienen.

Passwortintegrität

Wer Dashlane zum ersten Mal nutzt, sollte das Tool „Passwortintegrität“ starten. Mit diesem kann berechnet werden, wie sicher bestehende Passwörter wirklich sind. Leicht zu knackende „Exemplare“ sollten schnell aus dem Verkehr gezogen werden. Auch wenn das Werkzeug eine Mehrfachnutzung derselben Passwörter feststellt, sollte man über eine Änderung dieser nachdenken.

Premium Nutzer können darüber hinaus auch prüfen, ob die eigenen Zugangsdaten irgendwo im Netz auftauchen. Dark-Web-Überwachung nennt sich das.

Password Changer

Mit diesem Werkzeug soll es gelingen, Passwörter auf ausgewählten Websites automatisch zu ändern. Anstatt sich in alle Accounts manuell einzuloggen, soll das Tool den Prozess automatisieren. In der Praxis funktioniert dies jedoch noch sehr unzuverlässig. Wer sich die Premium Version von Dashlane wegen diesem Feature zulegt, wird leider enttäuscht.

Das Unternehmen hat jedoch versprochen, dass sich die Situation verbessern soll. Derzeit befindet sich das Tool noch in der Betaversion. Gut möglich, dass in der Zukunft die meisten großen Websites unterstützt werden.

Password Sharing

Besonders für mobile Teams oder Unternehmen ist diese Funktion sehr interessant. Sie ermöglicht es, Passwörter mit anderen Dashlane Nutzern zu teilen. Dabei lässt sich der Zugriff auf bestimmte Kategorien beschränken. Es ist auch möglich, Dritten ein Abändern der Daten zu untersagen und eine Weitergabe zu unterbinden.

VPN

Wer sich in ein öffentliches Wifi Netz einwählt, muss Vorsicht walten lassen. Daten, die ohne SSL/HTTPS-Verschlüsselung übertragen sind, können von Hacken abgefangen werden. Ein „Virtual Private Network“ kann Abhilfe schaffen. Zu diesem kann der Nutzer eine gesicherte Verbindung aufbauen und ganz normal das Internet nutzen.

Leider ist die VPN Funktionalität nicht konkurrenzfähig zu professionellen Services. Lediglich zu 20 verschiedenen Servern darf man sich verbinden. Zudem benötigt man die Desktop-App, um das Tool nutzen zu können. Auch beim Thema „VPN“ bleiben Nutzer der kostenlosen Version außen vor.

Sicherheit

Doch wie sicher sind die gespeicherten Passwörter vor unbefugtem Zugriff? Dazu muss man wissen, dass diese nach dem Standard AES 256-Bit verschlüsselt werden. Genutzt wird AES auch bei der Sicherung von WLAN-Passwörtern. Es gilt als Standard in der Kryptografiebranche.

Wer sich ein Masterpasswort einrichtet, sollte sich dieses gut merken. Es lässt sich nämlich nicht so einfach wiederherstellen. Dies ist ein Vorteil, denn so wird auch Unbefugten der Zugriff erschwert. Es lässt sich jedoch ein Notfallkontakt bestimmen, der nach einer bestimmten Frist Zugriff auf die gespeicherten Daten erhält.

Positiv zu erwähnen ist auch die Option, eine 2-Faktor-Authentifizierung (2FA) zu nutzen. Dies steigert die Account-Sicherheit ungemein. Ob man sich in der App für das Smartphone per Fingerabdruck authentifizieren möchte, bleibt jedem selbst überlassen. Denn: Das Verfahren gilt als nicht besonders sicher.

Mobile Nutzung

in den vergangenen Jahren ist die mobile Internetnutzung sprunghaft angestiegen. Deshalb ist es für jeden Passwortmanager Pflicht, auch eine App bereitzustellen. Dashlane hat dies nicht versäumt und läuft problemlos auf Android und iOS-Smartphones. Durch die Synchronisation mit dem Desktop werden vorher erstellte Daten übernommen. Über die virtuelle Tastatur lässt sich die Autofill Funktion problemlos nutzen.

Ein Browser-Plug-in oder Ähnliches muss nicht installiert werden.

Praktisch ist, dass man sich am Handy nicht mit dem Masterpasswort authentifizieren muss. Stattdessen kann man einen 4-stelligen Pinlock nutzen. Auch Fingerabdrucksensoren und Face-ID werden unterstützt. Obwohl dies komfortabel ist, sollte man sich darüber bewusst sein, dass die Sicherheit darunter leidet.

Kundenservice

Wer eine Frage hat, der sollte zuerst das Hilfezentrum aufsuchen. Dort finden sich viele hilfreiche Artikel. Grundlegende Funktionen werden mit Screenshots illustriert und erklärt. Wenn die Frage nicht beantwortet wurde, kann man sich natürlich auch an den Support wenden.

Besonders praktisch ist hier der Live-Chat. Dort werden Fragen vom Kundenservice sofort beantwortet. Allerdings sind diese nur an Werktagen zwischen 15 und 24 Uhr anzutreffen. Dabei kann man entweder auf Deutsch, Englisch oder Französisch schreiben.

Ist das Anliegen nicht dringend, kann auch das Kontaktformular verwendet werden. Innerhalb von 24 Stunden sollte eine Antwort vorliegen.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Dashlane über einen guten Support verfügt und einen mit Fragen nicht im Regen stehen lässt.

Preis

Wer Dashlane testen möchte, verwendet die Gratisversion. Ein frappierender Nachteil an dieser ist, dass lediglich 50 Passwörter gespeichert werden können. Wer das Netz ausgiebig nutzt, dem wird das nicht reichen. Zudem ist auch die Synchronisierung zwischen Desktop und Handy ausgeschaltet. Dies kann für ziemliche Unannehmlichkeiten sorgen, wenn man viele Passwörter verwaltet.

Die „Essential“ Variante kommt mit der vollen Basisfunktionalität und kostet 1,99€ im Monat. Für Privatanwender vielleicht ein Nachteil: Es lassen sich nur zwei Endgeräte einbinden. Diese Beschränkung fällt im Tarif „Premium“ weg. Für 3,33€ im Monat bekommt man zudem Zugriff auf den VPN und das Tool zur Passwortüberwachung.

In den Profi-Tarifen „Teams“ und „Business“ wird nach Nutzern abgerechnet. So zahlt man 5 respektive 8€ im Monat. Dafür erhält man erweitertes Passwort Sharing und im „Business“ Tarif die Option eines SAML-basiertes Single Sign-On.

Spartipp: Der Familientarif ist mit 4,99€ im Monat zwar etwas teurer, aber dafür können insgesamt 6 Familienmitglieder den Service nutzen. Wer noch mehr sparen möchte, der zahlt für das gesamte Jahr im Voraus. Als Belohnung erhält man einen 20 %-igen Rabatt. Nichts spricht dagegen, denn die Mindestvertragslaufzeit beträgt bei allen Tarifen 12 Monate.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

  • Vertrauenswürdiger Anbieter mit hoher Kundenzufriedenheit
  • Besonders intuitive Nutzeroberfläche
  • Erfüllung hoher Sicherheitsstandards
  • Gutes Supportangebot
  • Der Password Changer ist noch nicht ausgereift
  • Keine Integration des VPN Dienstes in die (Web-)App

Fazit und Bewertung

Wer eine Alternative zu „1Password“ oder „Keeper“ sucht, der stößt mit Dashlane auf einen seriösen Anbieter mit Zusatzfeatures. Aufgrund der Möglichkeit, Passwörter zu teilen, ist das Produkt auch für Geschäftskunden interessant. Aber auch Privatanwender freuen sich über die einfach zu bedienende Benutzerführung.

Wenn es Dashlane gelingt, den VPN Dienst in die mobile App und das Webinterface zu übertragen, lässt sich der Anbieter uneingeschränkt empfehlen. Wer sich bloß für die Grundfunktionen interessiert, ist mit dem Tarif „Essential“ jedoch gut bedient.

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