Binäre Optionen: Bonus ja oder nein?

Beim Handeln mit Binären Optionen locken lukrative Gewinne. Doch da, wo es um viel Geld geht, bestehen auch immer Zweifel. Hohe Gewinne sind beim Binäroptionshandel nicht ausgeschlossen. So ist es durchaus möglich, regelmäßig Gewinne zu erzielen. Verluste gehören jedoch ebenfalls dazu.

Nachdem Privatanleger die Möglichkeit bekommen haben, am Binäroptionshandel teilzunehmen wird immer wieder darüber diskutiert, ob es sich hierbei um Betrug und Abzocke handelt. Wer sich in einschlägigen Foren einmal umsieht, wird immer wieder auf diese Frage treffen. Und nicht selten gelingt es Verschwörungstheoretikern, tatsächlich hinter dem Handel mit Binären Optionen einen Betrug zu entdecken, wobei sich die Argumente bei näherem Hinsehen in Luft auflösen.

Trader, die viel Geld beim Binäroptionshandel verloren haben, melden sich ebenfalls gerne in Foren und stellen sich als Opfer und Betrogene dar. Die Schuld für den Verlust wird natürlich dem Broker gegeben. Selten wird die Schuld bei einem selbst gesucht, denn vielleicht ist man einfach viel zu blind und ohne das nötige Fachwissen in das Tradinggeschäft eingestiegen. Vielleicht hat man auch kein Risiko- und Moneymanagement betrieben und eine Handelsstrategie verfolgt. Genau das sind nämlich die Voraussetzungen für das erfolgreiche Tradinggeschäft. Verluste kommen vor, jedoch können diese mit einem ausgefeilten Risiko- und Moneymanagement begrenzt werden.

Handelt es sich beim Bonus um eine Betrugsmasche?

In den zuvor besagten Foren trifft man immer wieder auf „Geschädigte“, die über Betrügereien in Verbindung mit Boni berichten. Oftmals haben diese „Opfer“ ein Bonusangebot von einem Broker angenommen, ohne sich über die dazugehörigen Bonusbedingungen zu informieren. Dass ein Broker nichts zu verschenken hat, müsste dabei eigentlich jedem klar sein.

Wenn dann solch ein Bonus angenommen und ein Gewinn erzielt wurde, gibt es eine böse Überraschung, wenn eine Auszahlung beantragt wird. Der gewonnene Betrag ist nämlich noch nicht „frei“. Gemäß den Bonusbedingungen muss der Bonusbetrag nämlich X-fach umgesetzt werden. In der Regel liegt der Umsetzungsfaktor zwischen 20 und 50.

Nachdem der Trader beim Broker nachgefragt hat, warum eine Auszahlung nicht möglich ist, wird er vermutlich gefragt, ob er sich nicht die Bonusbedingungen durchgelesen hat. Frustriert wird nun weitergetradet, was automatisch zum Verlust führt. Der Trader fühlt sich geprellt und macht sich Luft in Foren.

Aber mal ehrlich: Niemand wird gezwungen, einen Bonus in Anspruch zu nehmen. Und wie schon zuvor erwähnt, müsste eigentlich jedem klar sein, dass es solch einen Bonus nicht umsonst gibt. Hier liegt die Schuld ganz klar beim Trader, der es versäumt hat, sich über die Bonusbedingungen zu informieren. Betrug oder Abzocke liegen hier nicht vor. Seriöse Broker verlangen vor der Inanspruchnahme eines Bonus, dass die dazugehörigen Bedingungen gelesen und akzeptiert werden.

Wie funktioniert ein Bonus?

Den meisten dürften Bonussysteme von Sportwettenanbietern oder Online-Casinos kennen. Nichts anderes ist auch der Bonus, der von Brokern vergeben wird. Wie hoch der Bonus ausfällt, entscheiden die Broker. In der Regel handelt es sich hierbei um einen prozentualen Anteil auf die geleistete Einzahlung.

Beispiel

Ein Trader zahlt 1.000 Euro bei einem Broker ein und dieser gewährt einen 40-Prozent-Bonus. Dem Trader stehen also insgesamt 1.400 Euro auf seinem Handelskonto zur Verfügung. In den Bonusbedingungen ist festgelegt, dass der Bonusbetrag mindestens 30-mal umgesetzt werden muss, bevor der Betrag „frei“ ist und eine Auszahlung beantragt werden kann. Somit muss der Trader ein Handelsvolumen von insgesamt 12.000 Euro erreichen, was schon eine immens hohe Summe ist.

Ist die Inanspruchnahme eines Bonus sinnvoll?

Diese Frage sollte sich jeder Trader stellen, bevor er einen Bonus in Anspruch nimmt. Außerdem muss er sich die Frage stellen, wie realistisch es ist, die Umsatzbedingungen erfüllen zu können. Anfänger sollten generell auf einen Bonus verzichten, auch wenn es verführerisch ist, mit „mehr Geld“ in den Handel mit Binären Optionen einzusteigen. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, dass Anfänger die Umsatzbedingungen erfüllen können. Zudem besteht dann auch ein Ablenkungspotenzial, weil der Trader krampfhaft versucht, die Bedingungen umzusetzen. Anfänger sollten sich hingegen zunächst auf das Wesentliche konzentrieren.

Erfahrene und professionelle Trader haben es etwas leichter, Bonusbedingungen zu erfüllen. Sie wissen, was sie tun und verfolgen strikt ihren Handelsstrategien. Da diese in der Regel langfristig und regelmäßig dem Binäroptionshandel nachgehen, ist es meist nicht schwer, einen Bonus „freizutraden“.

Generell sollte immer im Vorhinein ein Blick auf die Bonusbedingungen und den hier aufgeführten Multiplikator geworfen werden. Je niedriger dieser ist, desto besser. Sollte ein Broker mehr als die 50-fache Umsetzung eines Bonusbetrages verlangen, sollte ein Bonus in keinem Fall genutzt werden. Am vorteilhaftesten ist es, wenn der Multiplikator zwischen 20 und höchstens 40 liegt.

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