CFD- und Forex-Broker im Vergleich

Beim CFD- und Forex-Handel können Anleger hohe Gewinne innerhalb kürzester Zeit erzielen, was im Vergleich zu konventionellen Anlageprodukten nicht realisierbar wäre. Doch der CFD- und Forex-Handel hat so seine Tücken. Zwar ist das Funktionsprinzip leicht zu verstehen, das damit verbundene Risiko jedoch enorm hoch. Schließlich handelt es sich hier um hochspekulative Hebelgeschäfte, weshalb Anleger einen Broker brauchen, der sie umfangreich unterstützt und zudem ein gutes Risikomanagement bietet.

Alle hier aufgeführten CFD- und Forex-Broker wurden von uns genau unter die Lupe genommen und anhand unterschiedlicher Kriterien getestet:

  • Regulierung und Sicherheit (insbesondere Einlagensicherung)
  • Handelsplattform und Demokonto
  • Handelskonditionen
  • Kundenservice und Bildungsangebot
  • Bonus und Bonusbedingungen

Unseriöse Broker nehmen wir hier nicht mit auf. Diese werden sofort aussortiert. Die angefertigten Testberichte können also Anlegern dabei helfen, einen geeigneten Broker zu finden, der ihren Ansprüchen gerecht wird.

Allgemeines über den Forex-Handel

Der Foreign Exchange Market (Forex oder FX) ist mit einem Tagesumsatz von über vier Billionen US-Dollar der liquideste Finanzmarkt auf der ganzen Welt. Gehandelt wird hier mit Devisen (Währungen). Rund 85 Prozent des Handelsvolumens betreffen die sogenannten Major-Währungen. Diese Hauptwährungen sind:

  • US-Dollar (USD)
  • Euro (EUR)
  • Schweizer Franken (CHF)
  • Britische Pfund (GBP)
  • Kanadischer Dollar (CAD)
  • Australischen Dollar (AUD)
  • Japanischer Yen (JPY)

Gehandelt wird immer mit zwei Währungen wie beispielsweise EUR/USD. Während eine Währung gekauft wird, findet gleichzeitig der Verkauf der anderen Währung statt. Dabei wird die erste Währung, EUR in diesem Beispiel, als Basiswährung und die zweite Währung, hier USD, als Kurswährung bezeichnet. Um den Handel zu verdeutlichen, hier ein kleines Beispiel:

Das Währungspaar EUR/USD wird wie folgt angegeben: „EUR/USD 1,2125“. Der Anleger zahlt also 1,2125 USD für 1 Euro und ist damit „long“ im Euro. Gleichzeitig wird der USD „short“, also leer verkauft und mit dem Verkaufserlös werden EUR „long“ gekauft.

Der Forex-Handel ist eigentlich eine riesige internationale Wechselstube, in der Anleger die eine Währung in eine andere Währung innerhalb von Sekunden eintauschen können. Da der Forex-Handel, ebenso wie der CFD-Handel, zu den Hebelgeschäften gehört, müssen Anleger lediglich einen Bruchteil des Gesamtbetrages investieren und bewegen dennoch hohe Summen am Markt. Hierfür müssen Anleger beim Broker eine Margin (Sicherheitsleistung) hinterlegen. Die Höhe der Margin variiert je nach Broker.

Anleger werden beim Forex-Handel automatisch mit den Begriffen Pip und Lot konfrontiert, weshalb wir hierauf kurz eingehen möchten. Grundsätzlich notieren Währungspaare mit vier Nachkommastellen. Ein Pip entspricht einer Änderung in der letzten Nachkommastelle. Angenommen, der Wechselkurs des Währungspaares USD/EUR 1,2145 steigt auf 1,2146, so ist der Kurs um 1 Pip gestiegen. In Pips werden zudem die Spreads als auch die Gewinne und Verluste gemessen. Dabei hängt der Pip-Wert stets von der Positionsgröße ab. Diese wird wiederum in Lots gemessen (1 Lot = 100.000 Einheiten). Bei vielen Forex-Brokern gibt es aber auch Mini-Lots (10.000 Einheiten) und Micro-Lots (1.000 Einheiten).

Allgemeines über den CFD-Handel

Privatanleger können seit dem Jahr 1999 mit CFDs handeln, vorher war dies nur Banken und institutionellen Investoren vorbehalten. CFDs sind künstliche Underlyings (Basiswerte) auf zum Beispiel Aktien oder Indizes. Anleger können so hundertprozentig an CFDs partizipieren, ohne dass das Underlying in den physischen Besitz übergeht, da CFDs die Kursänderungen eins zu eins abbilden. Der Handel selbst ist unkompliziert und Anleger können von steigenden (long) sowie fallenden (short) Kursen profitieren.

Marktmodelle von CFD- und Forex-Brokern

Beim CFD-Brokervergleich ist das Marktmodell ein wichtiges Auswahlkriterium. Prinzipiell lassen sich die Broker in zwei Gruppen einteilen, nämlich in Market Maker (MM) und Direkt Market Access (DMA). Dabei begeben sich MM-Broker in Gegenposition zu ihren Anlegern. Das heißt, öffnet ein Anleger beispielsweise eine Long-Position, bucht der Broker automatisch eine Short-Position. Die Kurse werden vom Broker selbst gestellt, sollten aber mit den Echtzeitkursen übereinstimmen. Hier entstehen natürlich Interessenkonflikte, da nicht eindeutig nachvollzogen werden kann, wie der MM-Broker sein Geld verdient. Es kann also durchaus sein, dass Verluste der Kundendazu führen, dass die MM-Broker Gewinne hierdurch realisieren.

Mehr Transparenz bieten DMA-Broker, da diese ihren Anlegern Zugang zu Orderbüchern von Referenzbörsen gewähren. Dies wird durch die Spiegelung der Orderbücher auf den Brokerservern erreicht. Optimal ist es, wenn der Broker mithilfe einer Standleitung direkt mit der Börse verbunden ist.

Auch unter den Forex-Brokern gibt es das Market-Maker-Modell, allerdings werden diese als Dealing-Desk-Broker bezeichnet. Im Gegenzug dazu gibt es auch die No-Dealing-Desk-Broker, die in ECN- und STP-Brokern noch mal unterschieden werden. Beide Broker stellen die Kurse nicht selbst, sondern über den Liquiditätsprovider (Interbankenmarkt).

Der größte Unterschied zwischen ECN- und STP-Brokern findet sich darin, wie die Broker ihr Geld verdienen. Während STP-Broker ihre Gewinne durch feste oder variable Spread-Aufschläge generieren, verdienen ECN-Broker ihr Geld durch Kommissionsgebühren.

Egal, mit welchem Marktmodell die Broker arbeiten, jedes hat seine Vor- und Nachteile. Wir möchten aber an dieser Stelle nicht zu sehr ins Detail gehen, da wir die hier getesteten Broker sehr umfangreich geprüft haben und in den einzelnen Testberichten speziell auf diese Thematik eingehen.

Hebel, Margin und Nachschusspflicht

Gehebelte Finanzprodukte haben für Anleger natürlich einen großen Reiz, denn je der Hebel gewählt wird, desto größer ist auch der Gewinn. Es darf aber nicht vergessen werden, dass der Hebel auch in die andere Richtung wirken kann. Verluste können über das eingesetzte Geld hinausgehen. Anleger müssen sich dies immer vor Augen halten. Unerfahrene Anleger sollten zudem unbedingt mit niedrigen Hebeln beginnen, damit ein möglicher Verlust nicht gleich in die Höhe schnellt.

Bei vielen Brokern kann der Hebel selbst ausgewählt werden, während bei anderen Brokern die Hebelhöhe davon abhängig ist, welche Underlyings gehandelt werden. So ist beispielsweise der Hebel bei Aktien oftmals geringer als bei Indizes. Wie hoch der Hebel genau ist, hängt zudem von der Höhe der Margin ab, eine Sicherheitsleistung, die bei Eröffnung einer Position beim Broker hinterlegt werden muss. Hier gilt: Je geringer die Margin ist, desto höher ist der Hebel und desto mehr Kapital kann bewegt werden. Demnach ergibt sich die folgende Formel zur Hebel-Berechnung: Hebel = 100 geteilt durch Margin in Prozent. Hierbei handelt es sich um den sogenannten direkten Hebel.

Der effektive Hebel bezieht sich hingegen auf den gesamten Kontostand und nicht nur auf eine Position. Hierfür lautet die Formel: Effektiver Hebel = Margin (Euro) mal direkter Hebel geteilt durch Kontostand. Da sich auf einem Handelskonto mehr Kapital befinden sollte, als nur für eine Position, ist der effektive Hebel oftmals kleiner als der direkte Hebel. Trotzdem darf die Hebelwirkung des effektiven Hebels keinesfalls unterschätzt werden.

Angenommen, es befinden sich 10.000 Euro auf einem Handelskonto und der Anleger handelt mit einer Positionsgröße von 20.000 Euro, so resultiert hieraus ein Hebel von zwei. Wenn das Underlying um fünf Prozent auf 21.000 Euro steigt, verdient der Anleger 1.000 Euro, also ein Plus von zehn Prozent.

Aufgrund dessen, dass sich der effektive Hebel stets auf den Handelskontostand bezieht, kann die Hebelhöhe auch leicht gesteuert werden. Hier gilt: Der Hebel ist umso größer, je weniger Geld sich auf dem Konto befindet. Anleger sollten aufgrund des hohen Risikos niemals mit dem größtmöglichen Hebel handeln. Bei den meisten Brokern liegt der Hebel meist zwischen 50:1 und 400:1.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Nachschusspflicht. Sollte es zu einem Verlust kommen, kann der Broker verlangen, dass das Handelskonto ausgeglichen wird (Margin Call), was bei den hohen Summen unter Umständen sehr schwierig sein kann. Die Broker gehen aber unterschiedlich mit der Nachschusspflicht um. Während die einen diese ausschließen und das Handelskonto wieder auf null setzen, verlangen andere Broker hingegen das Ausgleichen des Kontos. Wir haben mit jedem hier geprüften Broker über diese Thematik gesprochen und gehen in den jeweiligen Testberichten näher hierauf ein.